Inhalt und Ziele

Der Rhein-Hunsrück-Kreis hat erkannt, dass seine Bevölkerung in den nächsten Jahren massiv schrumpfen wird. Nach den Zahlen des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz wird die Bevölkerung nach der mittleren Variante der Bevölkerungsvorausberechnung von derzeit rund 102.000 Einwohnern bis 2030 auf knapp 92.000 Einwohner und bis 2060 gar bis auf rund 75.000 zurück gehen.
Dieser massive Rückgang der Bevölkerung wird erhebliche Auswirkungen auf die Einrichtungen der Daseinsvorsorge im Rhein-Hunsrück-Kreis haben. Die Folgen des demografischen Wandels sowie die damit eingehenden Herausforderungen im Bereich der Daseinsvorsorge entwickeln sich deshalb zunehmend zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe, für die der Rhein-Hunsrück-Kreis gemeinsam mit seinen Verbandsgemeinden und der Stadt Boppard im Rahmen des Projekts „ZukunftsiDeeen“  modellhaft Lösungen erarbeitet hat.

Der Landkreis, seine Verbandsgemeinden sowie die verbandsfreie Stadt Boppard sind sich ihrer Verantwortung bewusst und haben gemeinsam mit den Bürgern im Rahmen des Projektes die lokalen Herausforderungen der demografischen Entwicklung als Chance betrachtet, um neue Lösungsansätze einer gezielten Daseinsvorsorge zu entwickeln und zu etablieren.

1. Förderphase 2012/2013

Im Rahmen der 1. Förderphase wurden in einem breit angelegten Partizipationsprozess gemeinsam mit der Wissenschaft und den Bürgerinnen und Bürgern des Rhein-Hunsrück-Kreises Ideen und Vorschläge gesammelt, um die Themenfelder Daseinsvorsorge und die Wertschöpfung aus der regenerativen Energieerzeugung miteinander zu verknüpfen. Der Prozessauftakt fand am 31.08.2012 im Beisein der Mainzer Sozialministerin Malu Dreyer  im Emmelshausener ZaP statt. Im weiteren Projektverlauf wurden Zukunftswerkstätten in allen Verbandsgemeinden und in der Stadt Boppard sowie themenbezogene Werkstattgespräche mit lokalen Experten durchgeführt, in denen über 600 Ideen gesammelt wurden. Der Prozess mündete schließlich in der Unterzeichnung eines gemeinsamen Zukunftsprotokolls aller Verbandsgemeinden und der Stadt Boppard am 11.06.2013. Die Unterzeichner erklärten in diesem Zukunftsprotokoll ihre Bereitschaft, den angestoßenen Prozess dauerhaft fortzuführen und die positive Weiterentwicklung der Städte und Gemeinden im Rhein-Hunsrück-Kreis zu fördern.

Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert (FKZ ZWS0008) und vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) sowie dem Steinbeis Beratungszentrum für Regional- und Kommunalentwicklung (c/o Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung der TU Kaiserslautern) wissenschaftlich begleitet.

2. Förderphase 2014/2015

Auf den Ergebnissen der Ideenfindungsphase der 1. Förderphase der ZukunftsWerkStadt aufbauend erfolgte die Umsetzung und Verstetigung der vorbereiteten und durch breite Bürgerbeteiligung geplanten Handlungsvorschläge zur nachhaltigen Kommunalentwicklung. Im Zentrum der Umsetzung der ZukunftsiDeeen stand eine Fokussierung auf wichtige Projekte der Daseinsvorsorge in enger Verknüpfung mit den Potenzialen im Bereich Energieeinsparung, Energieeffizienz und erneuerbaren Energien. Unter anderem standen hierbei die Einrichtung eines Onlineshops für den Einzelhandel im Rhein-Hunsrück-Kreis sowie parallel die Erarbeitung eines Praxisleitfadens Nahwärmeverbünde an.

Einrichtung eines Onlineshops: Kernstück dieses ersten Projektbausteins war eine Konzeption zur Verbesserung der lokalen Nahversorgung in den Ortsgemeinden des Rhein-Hunsrück-Kreises. Hierzu sollte eine Machbarkeitsstudie im Rahmen des Prozesses die wesentlichen Hinweise zu einer möglichen Umsetzung liefern. Bereits im Rahmen der Zukunftswerkstätten im Projekt ZukunftsiDeeen wurde vielfach der Wunsch nach einem onlinegestützten Bestell- und Lieferservice geäußert.

Praxisleitfaden Nahwärmeverbünde: Der zweite Baustein im Rahmen des Projekts hatte eine flächendeckende Etablierung regenerativer Nahwärmeverbünde mit Bürgerteilhabeoptionen zum Ziel. Dies sollte über die Entwicklung eines Praxisleitfadens in Kombination mit „Coaching-Werkstätten“ initiiert werden. Dabei dienten bereits umgesetzte Leuchtturmprojekte als Modelle für eine flächendeckende Strategie im Landkreis. Die zentralen Akteure von bereits umgesetzten Modellprojekten wurden als Innovationsgruppe zusammengeführt. In einem weiteren Schritt wurden relevante Akteure auf Ortsgemeindeebene (Bürger, politische Entscheidungsträger) in Form von „Coaching-Werkstätten“ mit dem konkreten Ziel der Projektumsetzung eingebunden.

Schließlich sollten die Ansätze zu einer Zukunftssicherung der Ortsgemeinden sowohl durch innovative Daseinsvorsorgekonzepte auf Basis einer zukunftsfähigen Nahversorgung in enger Verknüpfung mit einer nachhaltigen Energieversorgung führen, um zu einem Vorteils- und Lastenausgleich zwischen den Gemeinden mit unterschiedlichen Potentialen und Chancen im Kreis gelangen.